Schwieriger Tunnelvortrieb erfolgreich beendet

Von: ASFINAG Autobahn Service GmbH Nord  10.09.2008

Bekanntlich gestalteten sich die Vortriebsarbeiten im Tunnel Kirchdorf aufgrund asbesthaltigen Serpentinitgesteins äußerst schwierig, Ein umfangreiches Sicherheitsmaßnahmenpaket musste umgesetzt werden, um sowohl für die im Tunnel arbeitenden Mineure als auch für die anrainende Bevölkerung einen gesundheitlich gefahrlosen Vortrieb sicher zu stellen. Nach Abschluss der Vortriebsarbeiten in beiden Tunneln können in weiterer Folge die Innenschale betoniert, die Fahrbahn hergestellt und die elektromaschinellen Einrichtungen installiert werden. Die Gesamtfertigstellung des insgesamt sieben Kilometer langen Abschnittes der S 35 ist für Mai 2010 geplant. Der Lückenschluss der S 35 ist ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. "Gut ausgebaute Straßen sind wesentliche Faktoren für mehr Verkehrssicherheit und einen höheren Fahrkomfort für die Autofahrerinnen und Autofahrer. Ein besserer Verkehrsfluss sorgt außerdem für weniger Immissionsbelastung und schont damit die Umwelt. Investitionen in die Infrastruktur darüber hinaus immer ein guter Beitrag für Wachstum und Beschäftigung. So investieren wir heuer rd. 241 Mio. Euro allein in den Ausbau und die Erhaltung des hochrangigen Straßennetzes in der Steiermark. Bis 2013 sind hier Investitionen von weiteren insgesamt 1,75 Mrd. Euro geplant, was einer durchschnittlichen jährlichen Baurate von rd. 292 Mio. Euro entspricht. Das ist viel Geld, welches sinnvoll investiert wird, um die Unfallzahlen und -opfer künftig weiterhin zu reduzieren", so Infrastrukturminister Werner Faymann. Gut ausgebaute Infrastruktur belebt auch die regionale Wirtschaft und sichert damit Arbeitsplätze. Landeshauptmann Mag. Franz Voves: Seit Jahrzehnten wartet die Steiermark auf den vierspurigen Lückenschluss der Strecke zwischen Bruck an der Mur und Graz. Mit der Realisierung des Tunnels im Verkehrsabschnitt Stausee Zlatten - Mautstatt wird diese für den Wirtschaftsstandort Steiermark so wichtige Nord-Süd-Verbindung bald Realität. Ein herzliches Dankeschön den planenden und ausführenden Unternehmen, insbesondere aber den MitarbeiterInnen, die vor Ort bewundernswerte Arbeit leisten." Der Lückenschluss auf der S 35 ist nicht nur ein Beitrag für Wachstum und Wirtschaft, sondern garantiert auch in Zukunft die notwendige Mobilität. "Verkehrswege waren schon lange vor dem Auto für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen von enormer Bedeutung. Früher entstanden blühende Handelsstädte an Flussmündungen. Heute sind es moderne Schienen- und Straßenverbindungen, die für die Ansiedelung von Betrieben und Schaffung von Arbeitsplätzen ausschlaggebend sind. Für die Steirerinnen und Steirer ist dieser Lückenschluss hier an der S 35 wieder ein Schritt zu mehr dringend notwendiger Mobilität", betont Verkehrslandesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder. Für die Bewohner der anrainenden Gemeinden bringt der Lückenschluss der S 35 eine wesentliche Entlastung vor allem vom Schwerverkehr. ASFINAG Vorstandsdirektor DI Alois Schedl: "Durchschnittlich befahren rund 18.000 Kfz täglich die B 335 Brucker Ersatzstraße, davon 20 % Lkw bei Tag und sogar 28 % in der Nacht. Ein Großteil dieses Durchzugsverkehrs wird sich nach Fertigstellung der S 35 auf die Schnellstraße verlagern. Dies sowie massive Lärmschutzmaßnahmen - vor allem die langen Tunnel - bringen für die AnrainerInnen künftig eine Lärmreduktion von dzt. bis zu 70 Dezibel (dB) auf künftig rd. 55 dB. Dies entspricht mehr als einer Halbierung der Lärmbelastung", betont Schedl. Im Auftrag der ASFINAG wurde der Bau der beiden Tunnelanlagen vor drei Jahren an die ARGE S 35 und damit an die Firmen PORR, ÖSTU-STETTIN, STRABAG und Hinteregger vergeben. Besonders stolz ist die ARGE, dass die Tunnelröhren trotz zahlreicher Problembereiche und dadurch bedingter Verzögerungen nichtsdestotrotz zügig fertig gestellt werden konnten. Mit durchschnittlich acht bis neun Abschlägen im Sprengvortrieb wurde im Zuge der Tunnelbauarbeiten trotz widriger Umstände eine Spitzen-Vortriebleistung von rund 17 m pro Tag erzielt. Rund 3,8 km bzw. 50 Prozent des sieben Kilometer langen Vollausbaustücks zwischen dem Stausee Zlatten und Mautstatt verlaufen "unter Tag" in den Tunneln Kirchdorf (2,7 km) und Kaltenbach (1,1 km). Entlang der Freilandstrecke sind zum Schutz vor Hangrutschungen umfangreiche Hangsicherungen und Stützmauern zu errichten. Im sensiblen Bereich der "Kriechzone" beim Nordportal des Tunnels Kirchdorf mussten zudem zur Hangstabilisierung drei Ankerriegel sowie 24 Bohrpfähle gesetzt werden. Die Vorkommnisse von asbesthaltigem Serpentinitgestein erforderte darüber hinaus ein umfangreiches Sicherheitspaket. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsinspektorat und Arbeitsmedizinern ausgearbeitet und umfasste im wesentlichen folgende Maßnahmen: - Installation von zwei Sprühnebelbögen im Tunnelanfangsbereich als Trennung zwischen dem belasteten Tunnel und dem Freiland (Sprühnebel dient dazu, die Staubfasern zu binden) - Die Arbeiter im Tunnel gingen grundsätzlich durch eine Personenschleuse und trugen spezielle Schutzkleidung (Einweganzüge) und Staubmasken - Das Ausbruchmaterial wurde mit Wasserbesprühung schon an der Ortsbrust feucht gehalten und mittels Spezialbagger und integriertem Förderband in dosierter Menge verladen, sodass es stets gleichmäßig und durchgehend durchnässt ohne weiteren Zwischenladevorgang zur Einbaustelle verführt werden konnte - Die Baugeräte wurden vor Verlassen des Tunnels abgesprüht - Das Material wurde auch an der Einbaustelle der Deponie durch Beregnungsanlagen (Sprinkler) feucht gehalten - Ergänzend zur üblichen Tunnelbelüftung wurde noch eine spezielle Absaugeeinrichtung mit angehängtem Staubfilter installiert Mit diesen Maßnahmen wurde sicher gestellt, den Tunnel ohne Gefahr für die darin Arbeitenden vorzutreiben. Auch eine Gefährdung der Bevölkerung war zu keiner Zeit gegeben. Sämtliche Bauarbeiten werden darüber hinaus von einer ökologischen und wasserrechtlichen Bauaufsicht begleitet. Im Sinne einer gefälligen Gestaltung der baulichen Anlagen (Tunnelportale, Lärmschutzmaßnahmen) wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die zu realisierenden Entwürfe sehen eine harmonische Einbindung des Straßenprojektes in Natur und Umwelt vor. Daten und Fakten - Gesamtlänge Stausee Zlatten - Mautstatt: rd. 7 km - Baubeginn: Juli 2005 - Geplante Verkehrsfreigabe: Mai 2010 - Gesamtkosten: netto rd. Euro 203 Mio. - Unfallstatistik (2004 - 2007): B 335: 40 Unfälle, 63 Verletzte, 1 Toter - Beschäftigte am Bau: ca. 300 - Fahrzeitverkürzung nach Fertigstellung: von Wien über Semmering nach Graz ca. 15 Min. (ohne Stau) - Großobjekte: Tunnel Kirchdorf (2,7 km), Tunnel Kaltenbach (1,1 km), Uferbrücke für die Begleitstraße (900 m), Halbanschlussstelle Zlatten, umfangreiche Stützmauern und Hangsicherungen - Massenausbruch: Gesamter Ausbruch und Abtrag: ca. 1,2 Mio m3 , davon ca. 100.000 m3 Serpentinitausbruch. Vom Gesamtausbruch/Abtrag wurden ca. 450.000 m3 im Projekt wiederverwertet (Dämme, Überschüttungen), ca. 750.000 m3 wurden auf zwei Deponien gelagert Sicherheitstechnische Einrichtungen Tunnel Kirchdorf: - je zwei Pannenbuchten pro Tunnelröhre - zehn Querschläge, davon acht begehbar und zwei mit Einsatzfahrzeugen befahrbar - 45 Notrufnischen - 49 Feuerlöschnischen - beleuchtete Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn - Betondecke als Fahrbahnbelag - Längslüftung mit Stahlventilatoren - Brandmeldeanlage - Helle reflektierende Beschichtung bis zu 4 m Höhe - Fluchtwegorientierungsleuchten - Tunnelfunk für Einsatzkräfte, Betrieb und Verkehrsfunk Tunnel Kaltenbach: - je eine Pannenbucht pro Tunnelröhre - vier Querschläge, davon drei begehbar und einer mit Einsatzfahrzeugen befahrbar - 19 Notrufnischen - 21 Feuerlöschnischen - beleuchtete Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn - Betondecke als Fahrbahnbelag - Längslüftung mit Stahlventilatoren - Brandmeldeanlage - Helle reflektierende Beschichtung bis zu 4 m Höhe - Fluchtwegorientierungsleuchten - Tunnelfunk für Einsatzkräfte, Betrieb und Verkehrsfunk Die Überwachung und Steuerung beider Tunnel erfolgt von der Tunnelzentrale Bruck/Mur aus. Finanziert wird der Vollausbau der S 35 über die Einnahmen der ASFINAG aus Maut, Vignette und Lkw Road Pricing. Weitere Infos zum Projekt: www.asfinag.at Rückfragehinweis: ~ Mag. Anita Oberholzer Pressesprecherin ASFINAG Bau Management GmbH Tel: +43 (0) 50108-15933 Fax: +43 (0) 50108-15932 Mobil: +43 664-60108 15933 mailto:[email protected] ~ *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0042 2008-08-30/15:30 301530 Aug 08


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