ASFINAG: Start für Tunnelvortriebsmaschine beim Bau der 2. Röhre Pfändertunnel

Von: ASFINAG Autobahn Service GmbH Nord  10.09.2008

Denn erstmals bei der Errichtung eines Autobahntunnels wird der Haupttunnel nicht konventionell mittels Sprengungen vorgetrieben, sondern mit einer Maschine gebohrt. "Es ist dies auch für uns ein Novum", betont ASFINAG Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Alois Schedl. "Nach Abwägen aller projektspezifischen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Baumethoden haben wir uns für den Maschinenvortrieb entschieden. Wir erwarten uns davon eine kürzere und damit auch kostengünstigere Vortriebszeit. Darüber hinaus ist diese Ausbruchart für den Berg und damit für die Umwelt schonender, da im Haupttunnel keine Sprengungen notwendig sind und bei den Ausbrucharbeiten kein Wasser eingebracht werden muss. Auch auf Stützmethoden wie Anker und Spritzbeton kann bei dieser Baumethode verzichtet werden. Der Abtransport des Ausbruchmaterials erfolgt direkt über die Tunnelbohrmaschine mit einem Förderband bis zur Zwischenlagerung auf dem Baustellengelände. Von dort wird das Material per Lkw über die Autobahn abtransportiert, sodass wir das untergeordnete Straßennetz in keinster Weise belasten", so Schedl. Die seit 28 Jahren unter Betrieb stehende alte Pfändertunnelröhre ist nicht nur in die Jahre gekommen, sie ist auch dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Mit einem durchschnittlichen Tagesverkehr (DTV) von rd. 26.000 Kfz / 24 Std. ist der Pfändertunnel der meist frequentierte einröhrige Autobahntunnel in Österreich. Prognosen sagen bis 2020 einen DTV von ca. 46.000 Kfz voraus - eine Belastung, der kein einröhriger Tunnel gewachsen ist. Schon jetzt gehören Verkehrsmeldungen über kilometerlange Staus vor dem Pfändertunnel zum Alltag. Verkehrslandesrat Manfred Rein: "Der Pfändertunnel ist die einzige hochrangige Umfahrung von Bregenz. Der Bau der zweiten Röhre ist höchst an der Zeit, die täglichen Staumeldungen belegen einmal mehr die Notwendigkeit. Immerhin liegt dieser Tunnel auf der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung im Vorarlberger Rheintal. Er stellt damit nicht nur die Umfahrungsstrecke des Raumes Bregenz dar, sondern hat auch überregional große Bedeutung. Dies wird dadurch bestätigt, dass die A 14 Rheintal Autobahn Teil des transeuropäischen Straßennetzes (TEN) ist. Umso wichtiger ist der Vollausbau des Pfändertunnels im Sinne der Entlastung von Bregenz aber auch im Hinblick auf die überregionale Vernetzung." Die ASFINAG verfolgt mit dem Bau dieser zweiten Tunnelröhre konsequent ihr Tunnelsicherheitskonzept. "Einröhrige Tunnel stellen eine Gefahrenquelle dar. Daher nimmt die ASFINAG viel Geld in die Hand, um dies zu ändern. Das sind wir als dienstleistungsorientiertes Unternehmen unseren Kunden schuldig. Voll ausgebaute Tunnel bieten ein Optimum an Fahrkomfort und sind ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit", stellt ASFINAG Vorstand Schedl fest. Der nun beginnende Maschinenvortrieb für die Errichtung der zweiten Pfänderröhre wird rund elf Monate in Anspruch nehmen. Im Durchschnitt 20 m / Tag wird sich der rd. 200 t schwere Bohrkopf mit einem Durchmesser von knapp 12 m durch den Berg bohren. Die Querverbindungen zwischen den beiden Tunnelröhren sowie die Anbindungen an die Lüftungsschächte werden anschließend in konventionellem Sprengvortrieb aufgefahren. Für den gesamten Vortrieb sind rd. 23 Monate angesetzt. Dann folgen der Ausbau der Innenschale, Betonfahrbahn und die Installation der elektromaschinellen Einrichtungen (Belüftung, Beleuchtung, Tunnelfunk). Im Juni 2012 soll die zweite Röhre des Pfändertunnels dem Verkehr übergeben werden, dann wird ein Jahr lang die Bestandsröhre generalsaniert und dem Letztstand der Technik entsprechend aufgerüstet. Geplanter Vollbetrieb (beide Tunnelröhren): Juni 2013 Gesamtkosten (inkl. Generalsanierung Bestandsröhre): netto ca. Euro 218 Mio. Tunnelsicherheit Die zweite Röhre des Pfändertunnels wird den hohen Auflagen der Richtlinien für Verkehr und Straßenbau (RVS) entsprechend ausgerüstet Die wichtigsten sicherheitstechnischen Einrichtungen - sieben Abstellnischen im Abstand von 825 m - sieben befahrbare und 24 begehbare Querschläge im Abstand von max. 225 m - 47 Notrufnischen/-einrichtungen - 54 Feuerlöschnischen - Betondecke als Fahrbahnbelag - Längslüftung - Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung - Helle reflektierende Tunnelwand-Beschichtung (bis zu 4,5 m Höhe) - Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung - Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn - Tunnelfunkanlage für Verkehrsfunk, Einsatzkräfte und Betrieb Die Steuerung und Überwachung des Tunnels erfolgt von der Tunnelzentrale Hohenems aus. Daten und Fakten Vollausbau Pfändertunnel Gesamtlänge: ca. 7,5 km, davon Tunnellänge ca. 6,6 km Chronologie der wichtigsten Eckdaten: Oströhre: - Richtstollen (1974 - 1976) - Haupttunnel (1977 - 1980) Weströhre: - Vorbereitungsarbeiten für Maschinenvortrieb (seit Oktober 2007) - Beginn Maschinenvortrieb (September 2008) - Fertigstellung 2. Röhre (Juni 2012) Anschließend Sanierung Bestandsröhre Vollbetrieb (beide Röhren) (Juni 2013) Gesamtkosten (inkl. Generalsanierung Bestandsröhre): netto ca. Euro 218 Mio. Unfallstatistik: 2004 - 2007: 27 Unfälle, 44 Verletzte, 1 Toter Durchschnittlicher Tagesverkehr / 24 h: 26.000 Kfz Weitere Infos zum Projekt: www.asfinag.at KorridorVignette Mit 1. September wurde der Vertrieb der sogenannten KorridorVignette aufgenommen. Diese berechtigt alle Kfz bis einschließlich 3,5 t hzG (Pkw, leichte Wohnmobile und Motorräder) zum Befahren der A 14 Rheintal Autobahn zwischen der deutschen Staatsgrenze und der Anschlussstelle Hohenems. Sie kostet pro Fahrtrichtung EUR 2,00. Bei dieser KorridorVignette handelt es sich um eine zeitlich befristete Produktvariante. Mit der Fertigstellung der zweiten Röhre des Pfändertunnels und der anschließenden Generalsanierung der Bestandsröhre (2013) wird diese Sonderlösung enden, da dann das in den vergangenen Jahren stark gestiegene Verkehrsaufkommen mittel eines modernen zweiröhrigen Tunnelsystems besser bewältigt werden kann. Bis dahin soll durch die KorridorVignette der Großraum Bregenz vom Verkehr entlastet werden. Rückfragehinweis: ~ Mag. Anita Oberholzer Pressesprecherin ASFINAG Bau Management GmbH Tel: +43 (0) 50108-15933 Fax: +43 (0) 50108-15932 Mobil: +43 664-60108 15933 mailto:[email protected] ~ *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0154 2008-09-05/11:30 051130 Sep 08


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