ASFINAG: S 6 Semmering Schnellstraße: Inbetriebnahme 2. Röhre Ganzsteintunnel

Von: ASFINAG Autobahn Service GmbH Nord  30.07.2008

Mit dem Vollausbau dieses Tunnels wird das letzte Nadelöhr auf der Semmering Schnellstraße beseitigt. Die S 6 ist damit ab dem Frühjahr 2009 über ihre gesamte Länge von 105 km voll ausgebaut - also vierstreifig im Freiland und 2-röhrig in den Tunneln. Ein wichtiger Aspekt im Sinne der Erhöhung der Verkehrssicherheit. Infrastrukturminister Werner Faymann: "Jeder Euro, den wir in die Tunnelsicherheit investieren, ist ein Mehr an Verkehrssicherheit. Gerade einröhrige Tunnel sind eine Gefahrenquelle. Hier nehmen wir viel Geld in die Hand, um das zu ändern. So liegt Österreich im Europäischen Tunneltest auch heuer wieder im Spitzenfeld. Das zeigt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Eine qualitativ hochwertige Infrastruktur belebt und sichert aber auch die Wirtschaft. Leistungsfähige Verkehrswege sind die Lebensadern unserer Gesellschaft und eine unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Österreich," so Faymann. Mit der Errichtung der 2. Röhre Ganzsteintunnel und der Generalsanierung der Bestandsröhre setzt die ASFINAG ihre Tunnelsicherheitsoffensive konsequent fort. "Als Dienstleistungsunternehmen sind wir unseren Kunden eine sicher ausgebaute Infrastruktur schuldig," betont ASFINAG Vorstandsdirektor Dr. Klaus Schierhackl. "Bereits beim Bau der Semmeringquerung wurden mit den Tunneln Semmering, Spital und Steinhaus drei technisch hochmoderne zweiröhrige Tunnelsysteme errichtet. Wenn im Frühjahr 2009 der Ganzsteintunnel in Vollbetrieb genommen wird, dann entspricht auch der bislang letzte einröhrige Tunnel im Zuge der Semmering Schnellstraße dem modernsten Stand der Technik. Mit dieser Maßnahme garantieren wir unseren Verkehrsteilnehmern optimale Qualität und Sicherheit." Für das Land Steiermark ist die Beseitigung des bisherigen letzten Nadelöhrs auf der S 6 sowohl verkehrstechnisch als auch von wirtschaftlicher Bedeutung. Landtagsabgeordneter Josef Straßberger: "Mit Fertigstellung der Semmeringquerung im Oktober 2004 wurde die letzte Lücke auf der Semmering Schnellstraße geschlossen. Dies war nicht nur ein großer Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in unserem Land, sondern auch ein wesentlicher Impuls für die Wirtschaft insbesondere für das Mur- und Mürztal aber auch generell für das Land Steiermark. Diese Wirtschaftsregion braucht eine gut ausgebaute Infrastruktur. Der Vollausbau des Ganzsteintunnels steigert einmal mehr die Mobilität und damit auch die Lebensqualität der Bevölkerung in der Region", stellt Straßberger fest. Die 1. Röhre wurde bereits in den Jahren von 1976 bis 1980 gebaut. Im Auftrag der ASFINAG wurde der Bau der 2.Röhre an die Arbeitsgemeinschaft Ganzsteintunnel an die Firmen PORR, ÖSTU-STETTIN, STRABAG und G. Hinteregger vergeben. Das gegenständliche rund 3,8 Kilometer lange Baulos Ganzsteintunnel umfasst die Errichtung der Ganzsteintunnel-Südröhre, die Generalsanierung der Bestandsröhre (rd. 2,1 km) sowie den vierstreifigen Ausbau im Vorbereich der Portale. Der offizielle Baubeginn erfolgte bereits im Dezember 2005, wobei im Frühjahr 2006 die Voreinschnitte sowohl am Ost- als auch am Westportal hergestellt wurden. Der Vortrieb erfolgte im Zuge dessen von beiden Seiten. Der geologisch schwieriger Ostbereich wurde über weite Strecken in Baggervortrieb unter massivem Einbau von Stützmitteln und der geologisch bedeutend günstigere Westbereich in Sprengvortrieb aufgefahren. Im Zuge des Vortriebes wurden ca. 175.000 m" Ausbruchsmaterial bewältigt. An Stützmitteln wurden ca. 48.000 m" Spritzbeton, 570 Tonnen Baustahl, 37.000 m Tunnelbögen, 247.000 m Spieße und 178.000 m Anker eingebaut. Die Herstellung der Innenschale erfolgte mit zwei Schalwägen und wurde inklusive Betondecke noch im Herbst 2007 abgeschlossen. In Summe wurden in etwa 49.000 m" Beton eingebaut. Die neue Tunnelröhre ist dem Letztstand der "Richtlinien für Verkehr und Straßenbau" (RVS) wie folgt ausgerüstet: ~ - 5 Einsatzquerschläge im Abstand von ca. 350 m - 2 Abstellnischen - 17 Notrufnischen im Abstand von ca. 120 m - 19 Feuerlöschnischen im Abstand von ca. 120 m - Betonfahrbahndecke - Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung - Helle reflektierende Tunnelwand-Beschichtung (bis zu 4,5 m Höhe) - Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung - Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn - Löschwasserversorgung über einen Hochbehälter mit Nutzinhalt von 300 m". Der Hochbehälter wird über die Wasserversorgung der Stadt Mürzzuschlag gespeist. - Längslüftung mittels Strahlventilatoren - Tunnelentwässerung mittels Trennsystem für Berg- und Fahrbahnwässer. Die Ableitung der unverschmutzten Bergwässer erfolgt über Ulmendrainagen, jene der Fahrbahnwässer über Schlitzrinnen - Videoüberwachung des Tunnels von der Tunnelzentrale Mürzzuschlag aus - Tunnelfunkanlage für Einsatzkräfte, Betrieb und Verkehrsfunk ~ Nach der nunmehrigen Inbetriebnahme der neuen Südröhre wird die Bestandsröhre vom Gegenverkehrsbetrieb auf Richtungsverkehr umgebaut und sicherheitstechnisch der neuen Röhre entsprechend aufgerüstet. Dies erfordert umfangreiche Maßnahmen, so unter anderem ~ - Durchschlag von vier Querschlägen - Herstellung zusätzlicher Feuerlöschnischen - Anpassung der Belüftung auf Richtungsverkehr - Neuinstallation der elektromaschinellen Einrichtungen gemäß der aktuellen Sicherheitsbestimmungen - Erneuerung der Löschwasserleitung - Erneuerung des Tunnelanstrichs - Montage von Wechselverkehrszeichen und Informationstafeln ~ Diese Arbeiten erfordern eine Vollsperre der Bestandsröhre und werden rd. acht Monate in Anspruch nehmen. Geplante Verkehrsfreigabe im Vollbetrieb (beide Tunnelröhren): März 2009 Kosten: netto rd. Euro 72 Mio. davon Neubau 2. Tunnelröhre: rd. Euro 63 Mio. und Sanierung Bestandsröhre: rd. Euro 9 Mio. Die Finanzierung erfolgt aus den ASFINAG-Einnahmen aus Maut, Vignette und Lkw Road Pricing. Rückfragehinweis: Mag. Anita Oberholzer, Pressesprecherin ASFINAG Bau Management GmbH Mobil: +43 (0) 664 60108-15933, Email: [email protected] Weitere Infos unter www.asfinag.at *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0121 2008-07-29/12:24 291224 Jul 08


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