Solararchitektur ist vom Charakter her am Entwurf orientiert und auf
spezifische Gebäude bezogen. Es hat sich gezeigt, dass es mit solaren
Entwurfstechniken auf eine preiswerte Art und Weise möglich ist,
wohltemperierte Innenraumverhältnisse zu erzeugen, in denen sich die
Benutzer wohlfühlen.
Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das von der
Sonne, von inneren Wärmequellen und von zurück gewonnener Wärme
behaglich warm gehalten wird - deshalb braucht es kein separates
aktives Heizsystem mehr. Das Passivhaus ist eine konsequente
Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses, benötigt aber um 80%
weniger Heizenergie. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr
mit weniger als 1,5 l pro Quadratmeter aus. Diese sensationelle
Einsparung erreicht das Passivhaus allein durch seine beiden
Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne
optimieren!
Eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle mit Dämmstärken
zwischen 25 und 40 cm sowie Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung
und gedämmte Rahmen bewirken, dass die Wärme im Haus bleibt. Für
Frischluft sorgt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Mehr als
75 % ihrer fühlbaren Wärme muss die Abluft im Wärmetauscher an die
Zuluft zurückgeben. So wird z.B. bei 0 °C Außentemperatur die kalte
Frischluft allein durch die 20 °C warme Abluft auf mindestens 16 °C
erwärmt. Nicht nur Allergiker und Asthmatiker schätzen die pollenfreie
und staubarme Luft im Passivhaus.
Wärmegewinne erzielt das
Passivhaus durch Sonne, die durch die Fenster scheint und durch die
Wärmeabgabe von Personen und Haushaltsgeräten. Im Sommer verhindert
eine Verschattung, z.B. ein Balkon oder Jalousien, die Überhitzung der
Räume. In den kalten Wintermonaten wird über die Komfortlüftung
zusätzlich noch die Zuluft erwärmt, dadurch kann auf ein separates
Heizsystem verzichtet werden.